Die Projektreise der 7B führte unsere beiden Zweige Fit4Future und Kunst/Medien/Design nach Den Haag, wo wir im Rahmen unserer Erasmusreise die Partnerschule (Liceo Scientifico Elio Vittorini) aus Neapel antrafen. Ein dichtes Programm mit insgesamt 11 Programmpunkten erwartete die 7B vor Ort in Den Haag. Dabei konnten wir uns auch kulturell mit den Schüler:innen aus Neapel austauschen und hier neue Kontakte knüpfen. Im Folgenden ein kleiner Eindruck unseres abwechslungsreichen Programmes:

Stadtrundgang Den Haag

Unser erster Programmpunkt war eine Tour durch die Innenstadt Den Haags. Unser Guide Niels zeigte uns interessante Gegenden und Sehenswürdigkeiten der politischen Hauptstadt der Niederlande. Er erklärte uns einerseits einiges zur Geschichte der Monarchie und gab uns andererseits auch kulinarische Tipps, ebenso stand ein Einkaufszentrum im Stil Mailands auf der Agenda. Am Ende der Runde bestiegen wir einen Aussichtsturm und sahen Den Haag von oben.

Internationaler Strafgerichtshof

Am Dienstagmorgen machten wir uns auf den Weg zum Internationalen Strafgerichtshof. Nach einem informativen Kurzfilm über den ISTGH konnten wir uns mithilfe eines Audioguides einen Einblick in einen Fall des ISTGHs verschaffen. Erzählt wurde die tragische Geschichte einer Frau aus einem afrikanischen Dorf. Die Dorfbewohner wurden von Soldaten misshandelt, ausgeraubt und aus ihrem Dorf vertrieben. Nach der Audiotour trafen wir unsere Partnerschule aus Neapel, mit der wir im Anschluss an ein Gruppenfoto gemeinsam nach Rotterdam fuhren.

Hafenrundfahrt Rotterdam

Dort erwartete uns eine 75-minütige Hafenrundfahrt durch die Nieuwe Maas, ein Strom in den Niederlanden. Bei dieser Rundfahrt wurde uns viel über die Umgebung rund um den Hafen erzählt, wie zum Beispiel über Fabriken, Unternehmen und Wohngebäude. Wir erfuhren zudem einiges über die Ankunft von unterschiedlichsten Gütern, die in riesigen Containern im größten Hafen Europas in Rotterdam tagtäglich ankommen.

Grachtenfahrt Den Haag

Am Mittwoch machten wir eine Bootstour durch Den Haag. Während unserer Fahrt durch die Grachten lernten wir viele Dinge über die Stadt und ihre verschiedenen Viertel, zum Beispiel über das Künstler- oder Industrieviertel, sowie über die unterschiedlichen Baustile kennen. Vor allem die älteren Gebäude waren faszinierend, da sie der traditionellen niederländischen Architektur entsprechen und daher unter Denkmalschutz stehen.

Mauritshuis

Ursprünglich lebte Johan Maurits von Nassau-Siegen in dem heutigen Museum, daher stammt auch der Name Mauritshuis. Wir bekamen zu einigen Kunstwerken auch viele bemerkenswerte Informationen übermittelt. Am besten gefiel uns das bekannteste Werk des Museums „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ von Johannes Vermeer. Weiters betrachteten wir auch Kunstwerke wie „Der Stier“ von Paulus Potter sowie „Die Anatomie des Dr. Tulp“ von Rembrandt ganz genau.

Escher Museum

Am Mittwoch gingen wir ins Escher Museum. Es ist dem Künstler Maurits Cornelis Escher gewidmet, der für seine außergewöhnlichen und verblüffenden Werke bekannt ist, die mit Perspektiven, optischen Täuschungen und dem Unendlichkeitsraum spielen. Unsere Führerin erklärte die Kunstwerke auf eine verständliche und interessante Weise, sodass wir einen guten Einblick in Eschers Denkweise bekamen, aber auch Freiraum für eigene Interpretation hatten. Besonders spannend fanden wir, wie er geometrische Formen und unmögliche Konstruktionen darstellte.

Rundgang in Scheveningen

Unser Hotel war im Stadtteil Scheveningen beheimatet, den wir auch mit einer geführten Tour erkunden durften. Scheveningen zeichnet sich durch einen 4km langen Strand an der Nordsee aus, der Jahr für Jahr zahlreiche Touristen anlockt. Unser Guide machte uns auf die Gefahren der Strömung aufmerksam, der immer wieder Menschen zum Opfer fallen. Ein Highlight des Rundgangs war sicherlich die Besichtigung des ehemaligen Fischerdorfes, wo sehr viele Gebäude unter Denkmalschutz stehen, die einmal im Jahr für die Öffentlichkeit geöffnet werden.

Friedenspalast

Zu Gast im Friedenspalast waren wir am Donnerstag, wo der Internationale Gerichtshof und der Ständige Schiedsgerichtsshof beheimatet sind. In einer selbständigen Audio Tour erfuhren wir, worin sich die beiden Institutionen unterscheiden. Außerdem wurden wir über die erste Haager Friedenskonferenz im Jahr 1899 informiert. Der wesentliche Unterschied zwischen Internationalem Gerichtshof und Ständigem Schiedsgerichtshof besteht darin, dass bei ersterem nur Streitigkeiten zwischen Staaten, bei zweiterem auch Konflikte zwischen Staaten und privaten Akteuren oder Unternehmen verhandelt werden.

Oranjehotel

Am 16.04 waren wir mit der Partnerschule aus Neapel im Oranjehotel in Den Haag. Dort wurden wir von einem netten Herrn empfangen, von dem wir anfangs auch eine Einführung über die Gründung des Gefängnisses bekamen. Das Gefängnis war damals für Juden und NS-Gegner gedacht, welche dort unterdrückt oder manchmal sogar ermordet wurden. Insgesamt waren 25.000 Personen in dem Gefängnis inhaftiert. Anschließend erkundeten wir in Gruppen gemeinsam mit den Austauschschüler:innen den Ort und lösten selbständig verschiedene Aufgaben.

Uns alle berührte dieser Ort und der Einblick in die Geschehnisse zur damaligen NS-Zeit sowie die Umstände, unter welchen die Gefangenen dort ihren Alltag verbrachten, sehr.

Vincent van Gogh Museum

Am Freitag besuchten wir das Vincent van Gogh Museum in Amsterdam. Zusammen mit unserer Museumsführerin durften wir einen Einblick in das Leben von van Gogh erhalten und konnten viele bekannte Werke sehen. Während der Tour war es uns möglich, unsere Gedanken zu teilen und praktisch mitzuarbeiten. Somit war die Führung eine spannende und interaktive Aktivität.

Nachhaltigkeitstour in Amsterdam

Am Freitagnachmittag zeigte uns ein Tourguide das nachhaltige Leben in Amsterdam. Zuerst waren wir in einer Fahrrad-Tiefgarage, was sehr ungewöhnlich für uns war. Dies zeigte uns die ungewöhnlich hohe Anzahl an Fahrrädern in Amsterdam (950.000 Einwohner und knapp 2 Mio. Fahrräder). Danach fuhren wir mit einer E – Fähre in den Norden von Amsterdam. Dort wurde nochmal deutlich, wie nachhaltig diese Stadt ist. Ein weiterer Programmpunkt war das Künstlerviertel im Norden, wo uns der Prozess der Gentrifizierung in diesem Stadtteil erklärt wurde. Auch der Tourismus spielt in diesem Stadtteil eine besondere Rolle. Wir bestaunten einen ehemaligen Kran der Werft, der nun als Hotel gebucht werden kann.

Neben den Programmpunkten stand selbstverständlich auch die Stärkung der Klassengemeinschaft, die beim Minigolf, Bowling oder einem gemeinsamen Abendessen erweitert und vertieft wurde, an der Tagesordnung.

Diese atemberaubende Erasmusreise nach Den Haag wird uns noch lange in Erinnerung bleiben – und eines ist gewiss: Wir würden jederzeit wieder dorthin zurückkehren.

7B, Mag.a Sonja Melchart – Ledl und Mag. Gernot Beck