Das CanSat-Finale 2026 war für das Gymnasium Oberpullendorf weit mehr als nur ein Wettbewerb. Es waren drei Tage voller Technik, Improvisation, Teamarbeit, Nervosität und großer Freude. Mit den beiden Teams BioSat (Noah Heinrich, Jan Koo, Martin Reichart) und CamSat (Cem Melzer, Dilen Mitnyik, David Mittermann, Helena Moser, Elias Zvonarits) war unsere Schule vertreten und durfte sich am Ende über einen Doppelerfolg freuen:
BioSat wurde Gesamtsieger, CamSat gewann den Preis für die beste Öffentlichkeitsarbeit.
Die Anreise: ein etwas ungewöhnlicher Start
Schon die Anreise hatte es in sich. Im Zug waren Sitzplätze reserviert – allerdings in einem Waggon, den es offenbar gar nicht gab. Damit war schon zu Beginn klar: Diese Reise würde nicht ganz gewöhnlich werden.
Tag 1: Technische Abnahme zwischen Routine und Hochspannung
Am 8. April stand die technische Abnahme auf dem Programm. Dabei wird genau überprüft, ob die CanSats alle Anforderungen erfüllen und überhaupt starten dürfen.
Für BioSat verlief dieser Teil erfreulich reibungslos: Der CanSat war fertig vorbereitet, die Abnahme gelang auf Anhieb.
Bei CamSat war die Lage deutlich spannender. Dort stellte sich heraus, dass die Elektronik aufgrund der Kuppel nicht in den CanSat passte. Also wurde gelötet, angepasst und der CanSat in letzter Minute noch bearbeitet. Kaum war dieses Problem gelöst, folgte das nächste: Der CanSat war zu leicht. Also mussten kurzfristig noch Gewichte eingebaut werden, um die vorgeschriebene Mindestmasse zu erreichen.
Am Ende schaffte CamSat die technische Abnahme tatsächlich fünf Minuten vor Schluss – ein Moment, den wohl niemand so schnell vergessen wird.
Nach diesem intensiven und durchaus anstrengenden Tag ging es am Abend in eine Pizzeria, die extra für unsere Gruppe noch eine Stunde länger geöffnet hatte. Nach Lötkolben, Zeitdruck und spontanen Umbauten war das mehr als willkommen.
Tag 2: Launch Day, Bergung und eine unerwartete Diskussion
Am 9. April folgte am Flugplatz Schärding-Suben der große Moment: der Raketenstart. Nach monatelanger Vorbereitung wurden die CanSats tatsächlich in die Luft gebracht – ein besonderer Augenblick für alle Beteiligten.
Die ersten CanSats konnten nach dem Flug problemlos geborgen werden. Etwas komplizierter wurde es dann allerdings bei CamSat. Der CanSat landete auf einem Feld, dessen Besitzer wenig erfreut darüber war, dass die Teams Gelände betreten wollten. Es kam zu einer längeren Diskussion, die letztlich aber doch positiv endete: Der Bauer konnte überzeugt werden und CamSat schließlich geborgen werden.
Ein anderer CanSat hatte weniger Glück, dieser ist bis heute verschwunden.
Wenigstens gab es auch eine erfreuliche Konstante am Flugplatz: Die Schnitzel konnten heuer in Ruhe gegessen werden – ein Detail, das nach den Erfahrungen des Vorjahres durchaus geschätzt wurde.
Der Abend: Auswertung und Präsentation
Nach dem Launch ging es zurück ins Ars Electronica Center. Dort war der Tag noch lange nicht vorbei. Jetzt mussten Daten ausgewertet, Ergebnisse geordnet und Präsentationen vorbereitet werden.
Denn beim CanSat-Wettbewerb zählt nicht nur der Start selbst, sondern auch die Fähigkeit, das eigene Projekt fachlich zu erklären, die Ergebnisse zu interpretieren und die Mission überzeugend zu präsentieren.
Tag 3: Die Entscheidung
Am 10. April standen die Präsentationen vor der Jury an. Jetzt zeigte sich, wie viel Arbeit, Überlegung und Können in beiden Projekten steckte.
BioSat überzeugte mit einer Mission zur Entnahme einer biologischen Probe aus der Luft sowie deren Auswertung in Verbindung mit Umweltdaten.
CamSat punktete mit Kameratechnik, hochauflösenden Videoaufnahmen, Stabilisierung und KI-gestützter Auswertung.
Bei der Preisverleihung wurde dann klar, wie erfolgreich die drei Tage für unsere Schule verlaufen waren:
- CamSaterhielt den Preis für die beste Öffentlichkeitsarbeit
- BioSatgewann den Hauptpreis „Bestes CanSat-Projekt“ und wurde damit Gesamtsieger. Das Team darf Österreich beim internationalen Abschlussevent in den Niederlanden vertreten. Außerdem wird der Gewinner-CanSat im technischen Museum in Wien ausgestellt.
Ein unvergessliches Erlebnis
CanSat 2026 war für alle Beteiligten ein außergewöhnliches Erlebnis. Die drei Tage haben gezeigt, wie viel Einsatz, Wissen, Ausdauer und Teamgeist in unseren Schülerinnen und Schülern steckt. Neben dem fachlichen Arbeiten blieb auch vieles in Erinnerung, das man in keinem Lehrbuch findet: eine technische Abnahme in letzter Minute, ein verschwundener CanSat, eine hilfsbereite Pizzeria und eine Bergung, die beinahe an einem Feldbesitzer gescheitert wäre.
Gerade diese Mischung aus Technik, Herausforderung und gemeinsamen Erlebnissen macht CanSat so besonders – und wohl auch so unvergesslich.
Mag. Bernd Lang, Mag. Clemens Lang, Mag. Paul Sommeregger und die CanSat-Teams













