„Nicht wahr (?)!“

So lautete das Thema des heurigen Schreibwettbewerbs, zu dem die Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer dieser Schule alljährlich aufrufen. 50 schreibwütige Schülerinnen und Schüler waren heuer diesem Ruf gefolgt und hatten sich auf das Abenteuer Schreiben eingelassen. Erst in der Schulbibliothek wurde das Thema preisgegeben und dann durfte darauf los geschrieben werden. Aus den anonymisierten Texten ermittelte die ARGE Deutsch schließlich die Siegerinnen und Sieger. Diese erhielten vom Elternverein gesponserte Kinogutscheine sowie Jugendbücher von Herta Emmer. Und nun sind sicher alle neugierig, wer denn gewonnen hat, nicht wahr?

 

Hier die Siegerinnen und Sieger in den einzelnen Kategorien/Jahrgängen:

 

1. Klassen:

1. Jana Herowitsch, 1C

2. Juliane Heiling, 1A

3. Jan Beisteiner, 1C

 

2. Klassen:

1. Anna Heissenberger, 2B

2. Hannah Schmidt, 2B

3. Magdalena Wimmer, 2B

 

3. Klassen:

1. Tina Friedl, 3D

2. Anna Straß, 3B

3. Manuel Wukovits, 3E

 

4. Klassen:

1. Pia Karner, 4E

2. Paul Tritremmel, 4B

3. Julia Habicher, 4D

 

Oberstufe:

1. Magdalena Werfring, 7B

2. Marco Einsinger, 7A

3. Laura Poor, 7B

 

Hier sind die Gewinnertexte der ersten drei Kategorien nachzulesen:

 

An einem heißen Samstagmorgen saß Lola mit ihrer Großmutter auf der Terrasse. Beide hatten eine dampfende Tasse Tee in der Hand.

„Oma, erzähl mir eine Geschichte!“, bat Lola.

Ihre Oma meinte: „Na gut! Es waren einmal drei Kinder. Das erste Kind hieß Frühling, das zweite Kind hieß Sommer und das dritte hieß Herbst. Als die drei eines Tages zum Bach gingen, sahen sie, dass er zugefroren war. Frühling, Sommer und Herbst hatten so etwas noch nie gesehen. Sofort rannten die drei zu ihrer Mutter und fragten sie, was das war. Ihre Mutter sagte ihnen, dass sie ein Kind bekomme und dass das ein Zeichen war. Alle freuten sich!

Als das Kind zur Welt kam, stellte sich die Frage, wie es heißen sollte. Niemand wusste einen Namen. Aber eines Tages, als die ganze Familie gemütlich vor dem Kamin saß, fing es plötzlich an zu schneien. Niemand hatte bisher Schnee gesehen. Da rief plötzlich eine mysteriöse Stimme: „Geht nach Westen, schaut nach Osten! Dort werdet ihr ein Schildlein finden und mit dem zurückkehren!“

Die drei Kinder sahen das namenlose Baby an. Die riefen sie im Chor: „Wir werden dorthin reisen!“ Flott packten sie ihre Rucksäcke und marschierten los. Als Erstes gingen sie nach Westen, als plötzlich riesige Berge vor ihnen lagen. Alle drei starrten schockiert nach oben. Doch sie mussten weiter.

Als sie die Berge hinter sich gelassen hatten, standen sie vor einer großen, dunklen Höhle. „Jetzt müssen wir nach Osten schauen!“, meinte Sommer. Da stand tatsächlich ein Schild. Auf dem Schild stand in Blockbuchstaben: WINTER!

Herbst erklärte: „Das muss der Name sein. Lasst uns jetzt schnell zurückkehren!“

Als Frühling, Sommer, und Herbst zu Hause ankamen, verkündeten sie: „Der Name des Kindes ist Winter.“ Alle nickten erleichtert und die Mutter des Kindes sagte: „So soll es sein.“ So tauften sie das Kind Winter. Als die vier Kinder dann starben, wurden die verschiedenen Jahreszeiten nach ihnen benannt.“

Da fragte Lola gespannt: „Ist das wahr? Sind so die Jahreszeiten entstanden?“

„Man weiß es nicht genau, aber so könnte es gewesen sein“, meinte ihre Oma geheimnisvoll.

(Jana Herowitsch, 1C)

 

Ich blinzelte gegen das Sonnenlicht. Nanu, wo war ich denn gelandet? Ich hörte ein seltsames Rauschen. Vorsichtig drehte ich meinen Kopf. Oh Gott. Fest zusammengeschnürt hing ich an einem Seil über dem Meer. Bei dem Versuch, mich zu befreien, scheiterte ich kläglich. Da, eine Bewegung. Aus dem Augenwinkel sah ich etwas, das sich zum Rande der Klippen, an denen das Seil befestigt war, näherte. Mit einem Ruck drehte ich mich, sodass ich besser hinsehen konnte. Da konnte ich das Wesen auch als Mensch identifizieren, jedoch sahen sie irgendwie platt aus. Plötzlich fiel mir ein, wo ich war. Da gibt es doch dieses eine Videospiel, in dem die Inselbewohner exakt so aussehen. Wenn ich meinen Kopf gen Himmel wandte, sah einen riesigen PC knapp unter der Sonne schweben. Dort musste ich offensichtlich hinein, also sprach ich den Menschen an. „Verzeihung, könnten sie mir doch bitte hier helfen?“ „Nicht wahr, 2+1, nicht wahr 7“, antwortete er mir. Oh, ein Rätsel. Ich liebe Rätsel, aber da stand ich auf der Leitung. „Wie bitte? Was?“, stotterte ich verdattert. „nicht wahr 2+2, nicht wahr 1, nicht wahr 1+1, nicht wahr 1+2, nicht wahr 3+3“, sagte er eindringlich. Mein Kopf ratterte, die Zahlen hatten ganz bestimmt etwas mit Buchstaben zu tun…

Nach einigen Minuten angestrengten Überlegens, fiel es mir wie Schuppen von den Augen! Die erste Zahl bedeutete der soundsovielte Buchstabe der Worte „nicht wahr“, und dann musste man so viele Buchstaben in alphabetischer Reihenfolge addieren oder subtrahieren, wie es die zweite Zahl sagte.

„Wiederholen bitte!“, sagte ich aufgeregt. Nach zwei Versuchen konnte ich das Wort „Knopf“ identifizieren. Ah, da am Seil fand ich einen blauen Knopf. Mit meiner Stirn drückte ich darauf. Sofort löste sich das Seil, ich wurde in den PC gezogen und landete auf meinem Bett. Vorerst dachte ich, es wäre nur ein Traum gewesen, doch neben meinem Bett lag ein Zettel, auf dem etwas mit diesem Code stand. Ich konnte entziffern: „Hat Spaß gemacht, nicht wahr?“.

(Anna Heissenberger, 2B)

 

29. Mai 1997. Es war nachts. Nur das fahle Mondlicht beleuchtete das ausgestorbene Dorf. Die Luft roch förmlich nach Mord und Totschlag. Ich war im Wald; wie ich dorthin gekommen war, wusste ich selbst nicht. In meiner rechten Hand hielt ich einen Revolver. Meine Hand schmerzte schon, so fest hielt ich ihn. Doch ich konnte ihn nicht loslassen. Ich hatte keine Kontrolle über meinen Körper. Plötzlich spürte ich etwas Nasses an meinem Kopf. Als ich mit meiner anderen Hand darauf fasste, bemerkte ich, dass ich eine stark blutende Platzwunde hatte. Wo diese herkam, konnte ich mir selbst nicht erklären. Aber als ich ein Rascheln hinter mir hörte, wurde diese gleich zur Nebensache. Ich drehte mich nach hinten. Das Einzige, was ich sah, war ein großer Schatten, der vorbeihuschte. Meine Beine begannen zu laufen. Sie liefen und liefen, bis ich bei einem Ast hängenblieb und hinfiel. Schnell und ängstlich kroch ich in das nächste Gebüsch. Ich atmete tief ein und aus, bis ich etwas hörte. Ich sah eine riesen Gestalt auf mich zukommen. Die vertrockneten Äste knirschten unter ihren schweren Schritten. Sie kam immer näher und näher. Mein Revolver war noch fest von meiner Hand umklammert. Ich zielte mit dem Revolver und drückte ab. Ich hatte mit einem lauten Knall gerechnet. Doch es war still. Totenstill. Der Revolver hatte natürlich keine Munition mehr, was denn sonst. Die dunkle Gestalt stand nun direkt vor mir. Sie packte mich mit ihren blutverschmierten Pranken. Dann wurde mir schwarz vor Augen…

Ich riss die Augen auf. Es war hell. Ich lag in meinem Bett. Schweißgebadet sah ich mich um. Also war das alles wohl nur ein Traum gewesen. Dann bemerkte ich Schmerzen in meiner rechten Hand. Ich umklammerte einen Revolver. Schockiert fasste ich mir an den Kopf. Dabei bemerkte ich, dass ich eine Platzwunde hatte. War es ein Traum gewesen? War es wahr oder nicht wahr? Ich weiß es bis heute nicht.

(Tina Friedl, 3D)