Es ist schon Ewigkeiten her, zumindest wirkt es so, aber eigentlich war es erst im Herbst, da hatten wir, die 6B-Klasse, zusammen mit einigen unserer Professoren das große Vergnügen, einigen Klienten aus der Förderwerkstätte „Rettet das Kind“ einen lustigen, kreativen, musikalischen und vor allem spaßigen Vormittag zu bereiten.

(Background-Information: Die Förderwerkstätte „Rettet das Kind“ beschäftigt geistig und körperlich beeinträchtigte Menschen, die hier durch verschiedene handwerkliche Arbeiten oder soziale Aktivitäten beschäftigt werden und denen so eine möglichst angenehme und schöne Zeit beschert werden soll.)

Und nachdem sie den weiten Weg auf sich nahmen, um uns im Gymnasium einen Besuch abzustatten, war es doch eine Selbstverständlichkeit, dass auch wir, wenn auch schweren Herzens, unsere Unterrichtszeit opfern, um mehr über ihr Leben und vor allem von ihrer Arbeit in der Förderwerkstätte zu erfahren.

Also beschlossen wir am Freitag, dem 24.5., in Begleitung unserer Religionslehrerin Frau Professor Ackerler mal vorbei zu schauen. Muss man überhaupt noch erwähnen, dass wir sofort herzlich begrüßt wurden? (Sogar die Tür wurde uns aufgehalten.)

Nachdem wir einen grundlegenden Einblick über den Alltag bekommen hatten, wurde uns klar, dass sich dieser wohl gar nicht so sehr von unserem unterscheidet. Unterricht, Ausflüge, Spiele, Mittagspausen, handwerkliche Aufgaben… All das erinnert einen 6-Klässler ganz schön an den Werkunterricht in der Unterstufe, auch wenn viele zugeben mussten, dass wir nie so gut im Handwerken, Nähen, Töpfern, Stricken und Basteln waren wie die einzelnen Arbeitsgruppen. Schöne Bilder, Traumfänger, Kissen, Ketten, Tonfiguren, Schalen und viel mehr entsteht hier in den ruhigen, gewissenhaften Händen der Klienten unter den aufmerksamen, aber stets ruhigen Augen ihrer Betreuer. Eine durch und durch tolle Erfahrung, die man gar nicht so richtig beschreiben kann. Und nicht verstehen, wenn man nicht dabei war.

Aber am tollsten war es wohl, die ganzen bekannten Gesichter wiederzusehen, von den Leuten, die uns bereits im Herbst besucht hatten. Und es war fantastisch, uns mal was von ihnen zeigen zu lassen, immerhin hatten auch wir uns das letzte Mal die Hände krumm gearbeitet. :)

Witze, dumme Sprüche, Diskussionen mit dem Lehrer, viel Freude, stets was los… Bald schien es, als hätten wir die Schule nie verlassen.  Viele der Klienten wollten uns sowieso gleich dortbehalten, aber ob das ihren Betreuern und unseren Professoren so gefallen hätte? Ziemlich, ziemlich zweifelhaft…

Also mussten wir uns nach zwei interessanten, lustigen und vor allem bereichernden Stunden wieder dem Schulalltag stellen sowie unsere neuen Freunde sich wieder an ihre Arbeit machen mussten. Wir konnten sie ja nicht ewig ablenken, sonst würde bis zum nächsten Basar nicht mal der kleinste Anhänger fertig werden.

Und das wollten wir auf keinen Fall verschulden!